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Krankensalbung

Die Krankensalbung

Früher nannte der Volksmund dieses Sakrament die "Letzte Ölung". Es wurde gespendet als Sterbesakrament. Hier soll in aller Deutlichkeit gesagt werden: das ist so nicht richtig!! Da hat sich leider im Lauf der Geschichte der ursprüngliche Sinn des Sakramentes auf einen kleinen Sonderfall reduziert.

Glücklicherweise hat das zweite Vatikanische Konzil die Aufmerksamkeit wieder auf den vollen Sinn des Sakraments gelenkt. Wie der Name schon sagt, geht es in dem Sakrament um die Fürsorge und Stärkung für die Kranken.

Der Übergang von der Gesundheit zur Krankheit wird oft als Krise erfahren. Der Ausbruch einer ernsthaften Erkrankung verunsichert zutiefst, zumal wenn er überraschend kommt. Die ganze bisherige Lebensplanung kann von heute auf morgen in Frage gestellt sein.

Die Erfahrung des Leistungsschwundes, der Isolierung, der Angst, verbunden mit Schmerzen körperlicher und seelischer Art, kann tiefe Niedergeschlagenheit, Ausweglosigkeit, Krisen, ja Verzweiflung auslösen.

Der Mensch spürt seine Hilflosigkeit. Und in jeder Krankheit erfährt er auch die Gefährdung seines Lebens. Er hat keine Garantie, durch gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise so alt zu werden, wie er sich das einmal erträumt hat.

Der Tod kann sich auch in einer harmlos erscheinenden Krankheit anmelden. Die Krankheit zwingt den Menschen zum Nichtstun. Alle Termine, von denen er meinte, sie seien wichtig und ohne sie würde das Leben nicht funktionieren, muss er absagen. Seine Pläne, für sich persönlich, in seinem Beruf, in seiner Familie, muss er zurückstecken. Er weiß nicht, ob sie jemals realisiert werden können.

In dieser Situation existentieller Erschütterung begegnet ihm im Sakrament der Krankensalbung Jesus Christus als der, der selbst gelitten hat. Aber in der Krankensalbung begegnen wir nicht nur dem leidenden Jesus, sondern ebenso dem Arzt Jesus, der Kranke geheilt hat.

Die frühe Kirche beruft sich bei der Praxis der Krankensalbung vor allem auf eine Stelle aus dem Brief des Jakobus: "Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (Jak 5,14f)

Bei dem Kranken ist offensichtlich jemand gemeint, der ans Bett gefesselt ist und daher die Ältesten nicht selber holen kann, sondern sie herbeirufen muss. Der Kranke ist aber nicht bewusstlos oder dem Tode nahe. Er kann ja die Ältesten noch herbeirufen. Die Ältesten sollen über den Kranken beten und ihn dabei mit Öl salben. Die Salbung mit Öl begleitet das Gebet und verstärkt es. Öl war im Judentum ein beliebtes Heilmittel. Öl soll dem alten und kranken Adam seine Todesschmerzen lindern. Es dient dazu, Dämonen abzuwehren. Es bewahrt vor dem Tod und erhält und stärkt das Leben. Wir versuchen in unserer Gemeinde die Krankensalbung einzubetten in eine Begleitung für die Phase der Krankheit.

Wenn Sie für sich selbst oder für einen Angehörigen hier einen Bedarf sehen, zögern sie nicht, uns anzusprechen. Für Krankenbegleitung zuständig sind Pfarrer Christoph Nowak und Pfarrvikar Werner Pelz.