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Unsere Kirche ist täglich von
ca. 7:30 - 21:30 Uhr für alle offen!
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Geschichte

Über die Anfänge der Gemeinde ist dem Verfasser dieser Zeilen nichts bekannt. Wer genaueres weiß ist eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Vermutlich entstand sie als nach dem Ende der Adelsherrschaft das seit Ende des dreißigjährigen Krieges gültige Prinzip "cuius regio eius religio" (wessen Gebiet, dessen Bekenntnis) nicht mehr galt. Dieses hatte festgelegt, dass alle Untertanen automatisch die Konfession ihres jeweiligen Landesherren annehmen. Diese war im Bereich des Herzogtums Hessen-Darmstadt evangelisch. Erste katholische Familien haben sich wohl im 19. Jahrhundert in Pfungstadt angesiedelt, allerdings als winzige Minderheit: noch in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es in Pfungstadt mehr jüdische Einwohner als Katholiken. Dies änderte sich erst auf tragische Weise, als praktisch alle Pfungstädter Bürger jüdischen Glaubens deportiert und ermordet wurden.

Für die kleine Schar von ein paar Dutzend Familien wurde 1912 die heutige Pfarrkirche gebaut, zunächst noch ohne die Empore. Mit etwa 200 Sitzplätzen fasste sie damals die gesamte Gemeinde. Seelsorglich betreut wurde St. Antonius von Eberstadt aus. Die dortige Gemeinde St. Joseph ist unsere Mutterpfarrei.

Mit der katastrophalen Naziherrschaft und dem Ende des dadurch verursachten Krieges änderte sich das Gesicht unserer Gemeinde radikal: von wenigen Hundert Mitgliedern vor dem Krieg wuchs aufgrund der großen Zahl Heimatvertriebener die Gemeindegröße schlagartig auf über 3000 Mitglieder. Bis in die Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts stieg die Zahl der Gemeindeglieder durch den Zuzug vieler Aussiedlerfamilien aus unseren östlichen Nachbarländern weiter an. Mit etwa 5.500 war vor einigen Jahren ein Höchststand erreicht, seitdem stagniert die Gemeindegröße mit leicht sinkender Tendenz, aktuell sind es 5215 Gemeindeglieder.

Zu Beginn nach dem Krieg gab es nur die Kirche, Gruppenstunden fanden in der Sakristei statt. Emil Wrabetz, der erste eigene Seelsorger von St. Antonius, war selbst ein Heimatvertriebener und wohnte (wie so viele andere auch) provisorisch bei einer Familie, bis 1954 das Pfarrhaus gebaut wurde. Dazu kam bald auch ein Mehrzwecksaal, der heutige Gemeindesaal neben dem Pfarrbüro.

In dieser Phase des Wachstums und der jungen Familien wurde vieles neu begonnen: von der Pfarrfastnacht über das "Fest der Begegnung" (das zu seinen Hochzeiten drei Tage dauernde Pfarrfest) bis hin zur Gründung eines "eigenen" Sportvereins, der noch heute eng mit der Gemeinde verbundenen DjK Concordia.

Aufgrund des rasanten Wachstums gab es Pläne, die Pfarrei zu teilen. Der Neubau des "Hauses der Begegnung" in der Mühlstrasse sollte hierfür in den 70er Jahren der erste Schritt sein. Noch heute ist die Fassade zum angrenzenden Grundstück hin provisorisch geschlossen; hier sollte sich eigentlich ein noch zu errichtender Kirchenneubau anschließen.

Aus heutiger Sicht ist es ein Segen, dass diese Pläne nicht umgesetzt wurden; ist doch die Unterhaltung der bestehenden Gebäude bereits jetzt finanziell ein großes Problem. Das letzte größere Unterfangen war in den 90er Jahren der Neubau der Kindertagesstätte St. Hedwig mit den darunter liegenden "Neuen Gemeinderäumen".

Die heutige Situation ist davon geprägt, dass die Zeit des Aufbruchs vorüber ist, die Gründergeneration in die Jahre gekommen. Wie anderswo auch ist in Pfungstadt die selbstverständliche Kirchlichkeit in den nachfolgenden Generationen zunehmend verschwunden, was man auch daran merkt, dass trotz der enormen Gemeindegröße die Kirche mit ihren heute 270 Sitzplätzen fast immer ausreicht. Nötig ist ein neuer Aufbruch, eine Neubesinnung auf den Auftrag, den Jesus Christus der Kirche von heute gibt und von dem wir auch eine neue Begeisterung für den gemeinsam gelebten Christlichen Glauben, seine Inhalte, Werte und Erfahrungen erhoffen.